In den letzten Monaten habe ich mich in einer zunehmend verzweifelten Lage wiedergefunden, verursacht durch eine unermüdliche Auseinandersetzung mit dem Jobcenter Kall und den Verantwortlichen für meine gesundheitliche und soziale Situation. Das System, das eigentlich dafür da sein sollte, Menschen in Not zu unterstützen, hat mich stattdessen krank gemacht – körperlich wie seelisch.
Dieser Blogbeitrag ist nicht nur ein persönlicher Bericht über meine Erfahrungen, sondern auch eine Warnung für alle, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Ich teile hier meine jüngsten Schreiben an das Jobcenter, meinen Anwalt Herrn Wolfgang Heller und berichte über den anhaltenden Kampf um grundlegende Unterstützung, die mir nach wie vor verwehrt wird.
In einem System, das sich zunehmend als unfähig erweist, Menschen in prekären Lebenslagen zu helfen, wird es immer deutlicher, dass wir uns nicht auf die Unterstützung verlassen können, die uns eigentlich zusteht. Meine Geschichte ist dabei nur eine von vielen, aber ich hoffe, dass sie einen kleinen Einblick in das gibt, womit viele Menschen täglich zu kämpfen haben.
Der folgende Beitrag enthält den Schriftverkehr, den ich kürzlich an das Jobcenter und an meinen Anwalt geschickt habe, sowie die bittere Wahrheit über die aktuellen Zustände in meiner Wohn- und Lebenssituation. Ich lebe weiterhin unter katastrophalen Umständen, trotz mehrfacher Anfragen und Bitten um Hilfe. Doch anstatt Unterstützung zu erhalten, kämpfe ich gegen Windmühlen.
Doch lest selbst etliches dazu auf meinem Blog und hier noch einmal eine Zusammenfassung.
Brief Jobcenter: Kall Euskirchen
Betreff: Zustände und Anfragen an das Jobcenter Kall und Arbeitsberater Herrn Rieden
Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Rieden,
ich melde mich bei Ihnen, da ich die Unterlagen, die bis Freitag, den 20.09.2024, bei Ihnen vorliegen sollten, nicht zustellen kann. Durch Ihre langanhaltende, dubiose Vorgehensweise und die zahlreichen Ablehnungen haben Sie mich gesundheitlich stark beeinträchtigt. Aufgrund der aktuellen finanziellen Lage, die ein Minus auf meinem Konto zeigt, bin ich nicht in der Lage, die Unterlagen per Post zu versenden.
Was mein Wohnsituation betrifft, verschlechtert sich diese weiter, da der Wohnwagen („Charly“) noch nicht winterfest ist. Der Gasherd, den ich auf Raten abzahle, wurde ebenfalls nicht von Ihnen unterstützt, ebenso wenig die dringend benötigte Gasheizung. Ich lebe in provisorisch abgedichteten Verhältnissen, ohne eine richtige Sitz- oder Schlafgelegenheit, was meine Lebensqualität erheblich mindert.
In diesem Zustand sind meine Mitwirkungspflichten nicht mehr zu gewährleisten. Die Missstände sind sowohl in Köln als auch in Kall offensichtlich, und ich stelle fest, dass Ihre Untätigkeit maßgeblich zu meiner Verschlechterung beigetragen hat. Ihre Bürokratie und die Missachtung meines persönlichen Potenzials als Arbeitskraft, Herr Rieden, machen eine Win-Win-Situation für beide Seiten unmöglich. Stattdessen verfolgen Sie streng Ihre Statistiken, ohne die tatsächlichen Lebensumstände zu berücksichtigen.
Was erwarten Sie eigentlich noch? Ich bin ein deutscher Staatsbürger, und dennoch behandeln Sie mich schlechter als einen Asylbewerber. Sie missachten grundlegende soziale Verpflichtungen und fördern gleichzeitig ein kolonialistisches System, indem Sie Fachkräfte aus anderen Ländern hierherholen, was M. Broder zu Recht als problematisch bezeichnet. Dies entzieht den Herkunftsländern ihre besten Köpfe und schädigt langfristig auch unsere Gesellschaft.
Die Bundesregierung sowie Landes- und Kommunalebenen sollten sich dringend mit diesem Missstand auseinandersetzen. Anstatt weiter nur Beamtenapparate aufzublähen, die von Rentengeldern leben, ohne selbst eingezahlt zu haben, sollten Sie überlegen, wie Sie die Lebensqualität der Bürger verbessern. Die Tatsache, dass das traditionelle Familienbild zerstört wurde und die Vielfalt, die Sie predigen, nicht funktioniert, ist für jeden offensichtlich. Kein Wunder, dass Parteien wie die AfD und die Wagenknecht-Bewegung Zulauf haben.
Ich erinnere hier an Goethes „Zauberlehrling“, wo die Geister, die gerufen wurden, außer Kontrolle geraten sind. Sie müssen endlich erkennen, dass die derzeitige Politik gescheitert ist und eine grundlegende Umsteuerung notwendig ist, bevor der gesellschaftliche Zusammenhalt endgültig verloren geht.
Zum Thema der Gesundheit: Wie bereits mehrfach betont, gibt es immer weniger Ärzte und deren Ressourcen sind erschöpft. Ich habe für Donnerstag einen Termin und werde Ihnen dann die Krankmeldung zukommen lassen.
Zuletzt erwarte ich endlich eine Entscheidung bezüglich meines Lagers und der dortigen Zustände. Mein Anwalt, Herr Wolfgang Heller, ist bereit, weitere Schritte einzuleiten, sollten Ihre Vorgaben weiterhin nicht umgesetzt werden. Ich hoffe, Sie beginnen nun, sich angemessen zu verhalten und verschleudern nicht weiter die Steuergelder der Bürger durch Ihre ineffiziente Arbeitsweise.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Plassmann
Brief an Anwalt.
Betreff: Unterstützung bei aktuellen Angelegenheiten – Krankenhausaufenthalt und weitere Schritte
Sehr geehrter Herr Heller,
ich hoffe, es geht Ihnen gut. Mir selbst geht es mittlerweile etwas besser, auch wenn noch einige Herausforderungen vor mir liegen.
Mein Aufenthalt im Krankenhaus verläuft insgesamt positiv. Die Mitarbeiter sind sehr engagiert, das Essen ist in Ordnung und die medizinische Versorgung, die ich erhalte, ist wirklich beeindruckend. Ich fühle mich hier gut aufgehoben. Derzeit wird die Morphiumgabe schrittweise reduziert, und ich soll demnächst auf Novalgin-Tabletten umgestellt werden, um mich langsam wieder an den Alltag zu gewöhnen.
In diesem Zusammenhang wird nun eine Pflegekraft gesucht, die mich alle zwei Tage neu verbinden soll. Außerdem benötige ich Krücken und spezielle orthopädische Schuhe, die erst angefertigt werden müssen. Ein Teil der Kosten für diese Schuhe muss ich jedoch selbst tragen, was aufgrund meiner finanziellen Lage schwierig ist. Daher bitte ich Sie, das Jobcenter bereits jetzt darauf anzusprechen, um die Finanzierung zu klären.
Zusätzlich sollten auch die Krankenhauskosten, die während meines Aufenthalts anfallen, mit dem Jobcenter abgestimmt werden. Ich trage bereits die Kosten für mein Lager aus meinem Bürgergeld, und es ist finanziell kaum tragbar, dies zusätzlich zu stemmen. Meine Kleidung ist ebenfalls stark verschlissen, was das Problem weiter verschärft.
Leider hat sich meine Wohnsituation weiterhin nicht verbessert. Da ich keine alternative Unterbringung gefunden habe, werde ich wohl in meinen Wohnwagen zurückkehren müssen, obwohl dieser noch lange nicht fertig ist. Weder der Gasherd noch der Ofen für den Winter sind bezahlt, und ich befinde mich in einer sehr prekären Lage. Herr Mass und das Jobcenter Köln tragen nach wie vor Verantwortung für meinen Wohnungsverlust – der, wie Sie wissen, ohne Mietschulden zustande kam.
Meine Schwester hat bereits signalisiert, dass sie bereit wäre, rechtliche Schritte einzuleiten, falls keine zufriedenstellende Lösung gefunden wird. Es kann nicht sein, dass ich weiterhin durch das Jobcenter in eine solche Situation gedrängt werde, obwohl mir geraten wurde, auf meine Gesundheit und Ernährung zu achten. Meine Herzwerte sind nach wie vor bedenklich, und wenn sich nichts ändert, sehe ich keine langfristige Verbesserung meiner gesundheitlichen Situation.
Ich hoffe sehr, dass Sie weiteren Druck ausüben können, insbesondere in Zusammenarbeit mit Herrn Mass und dem Jobcenter Köln. Es ist an der Zeit, dass die Verantwortlichen für ihre Fehlentscheidungen einstehen und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.
Frau Maul vom Sozialdienst organisiert derzeit die notwendige Pflegekraft für mich, und ich habe ihr von Ihrer bisherigen Unterstützung berichtet. Sie ist ebenfalls der Meinung, dass hier dringend gehandelt werden muss.
Ich danke Ihnen schon jetzt für Ihre Bemühungen und hoffe, dass Sie mich weiterhin so tatkräftig unterstützen können. Bitte bleiben Sie gesund.
Mit freundlichen Grüßen,
Andreas Plassmann
Weiteres zu unseren Behörden aus NRW und dem Ministerpräsidenten Hendrik Wüst.
„Unwürdige Zustände und Inkompetenz: Ein Erfahrungsbericht aus dem Jobcenter Kall“


