Vom „Heimat-Macher“ zum Cloud-Vermieter
Markus Söder verkauft Bayern – digital und politisch.
Während andere Länder wie die Niederlande, Frankreich und sogar der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag von Microsoft abrücken, geht der CSU-Ministerpräsident den entgegengesetzten Weg: rein in die Abhängigkeit, koste es, was es wolle.
Bayern plant einen Milliarden-Deal mit Microsoft, der sämtliche Behörden in die Cloud des US-Konzerns verlagern soll – und das ohne öffentliche Ausschreibung.
So etwas nennt man nicht Fortschritt, sondern digitalen Kolonialismus.
Ein Deal gegen Vernunft – und gegen Bayern
Die bayerische Staatsregierung will laut einer Präsentation des Finanzministeriums bis Ende 2025 den gesamten Staatsapparat mit Microsoft 365 ausstatten.
Während in Den Haag der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs erleben musste, dass Microsoft auf Druck der US-Regierung sein E-Mail-Konto sperrte, glaubt Söder ernsthaft, man könne auf amerikanische Cloud-Dienste vertrauen.
Ein Land, das seine Daten nicht schützt, verliert seine Souveränität.
Doch genau das passiert jetzt in Bayern – unter dem Etikett „Digitalisierung“.
Eine Milliarde Steuergeld – raus aus Bayern, rein nach Redmond
Laut offenem Brief der Heinlein Group, B1 Systems, OpenProject und anderer deutscher Softwarefirmen sollen in den kommenden fünf Jahren nahezu eine Milliarde Euro an Microsoft fließen.
Geld, das nicht in bayerische Firmen, Forschung oder Open-Source-Lösungen investiert wird,
sondern direkt in die Taschen eines US-Konzerns.
Von Transparenz keine Spur:
„Weil dafür ein Rahmenvertrag als Stütze dient, braucht es keine Ausschreibung, keine Beteiligung, niemand muss Kritik anhören.“
– Offener Brief der IT-Branche
Söder – der Phrasen-König des Digitalen
Markus Söder liebt große Worte:
„Bayern wird digitales Leitland!“
In Wahrheit baut er einen digitalen Hinterhof für die US-Techindustrie.
Dass der Internationale Strafgerichtshof, Universitäten und Verwaltungen längst auf OpenDesk – also europäische, quelloffene Alternativen wie Nextcloud, OpenProject oder Univention – umsteigen, scheint ihn nicht zu interessieren.
Söders Motto: „Lieber alte Abhängigkeiten pflegen, als neue Ideen fördern.“
Diese Politik ist kein Fortschritt, sondern Rückschritt mit WLAN.
Datenschutz? Später vielleicht.
Selbst das Finanzministerium gibt zu:
„Datenschutzprobleme räumt man ein, doch kümmern solle man sich darum später.“
Mit dieser Haltung würden in jedem mittelständischen Unternehmen die Alarmglocken schrillen –
doch in der Staatskanzlei reicht offenbar ein PR-Slogan: „Bayern wird digital.“
Das erinnert an Söders typische Wendehals-Politik:
Heute „Technologie-Offensive“, morgen „Heimatschutz“.
Immer das, was gerade in die Schlagzeilen passt – nie das, was wirklich Bestand hat.
Offene Fragen – keine Antworten
Auf Nachfrage von Journalisten konnte das Finanzministerium keine Angaben zu:
Vertragslaufzeit,
Kosten,
Sicherheitsvorkehrungen
oder
geprüften Alternativen
machen.
Man „bitte um Verständnis“, hieß es.
Verständnis? Nein – das ist schlicht Ignoranz gegenüber dem Steuerzahler.
Europa setzt auf Unabhängigkeit – Bayern auf Abhängigkeit
Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag wechselte jüngst von Microsoft zu OpenDesk,
weil US-Sanktionen und Zugriffsmöglichkeiten auf Daten ein reales Sicherheitsrisiko darstellen.
In Bayern dagegen glaubt man offenbar, Datenschutz sei optional.
„Digitale Souveränität? Wird überbewertet“, scheint Söders Devise zu sein.
Fazit – Söders Milliarden-Phrasen
Markus Söder inszeniert sich als Digitalisierer, bleibt aber der alte Phrasen-König,
der lieber Deals macht als Debatten führt.
Er redet von Zukunft – und kauft sich dabei in die Vergangenheit ein.
Wer als Regierungschef die Kontrolle über eigene Daten, Finanzen und Infrastruktur aus der Hand gibt,
der verrät nicht nur seine Wirtschaft, sondern auch seine Bürger.
💬 Haltung statt Hormon
Digitalisierung ist kein Selbstzweck.
Sie braucht Unabhängigkeit, Transparenz und Sicherheit –
nicht Showpolitik und amerikanische Knebelverträge.
Bayern verdient mehr als ein Microsoft-Abo auf Lebenszeit.
Und wer wirklich Zukunft will, muss endlich Open Source denken,
nicht Microsoft 365 als Staatsreligion einführen.
📌 Mein Kommentar:
Söder ist kein Digitalstratege – er ist ein Wendehals mit WLAN-Anschluss.
Wenn Ideologie, Macht und Lobbyismus den Verstand ersetzen,
bleibt von Politik nur noch Phrasendrescherei in der Cloud.
📰 Quellen & weiterführende Informationen:
Während Den Haag aussteigt: Bayern schließt Milliarden-Deal mit Microsoft
Während Den Haag aussteigt: Bayern schließt Milliarden-Deal mit Microsoft
Vertrag soll bis Jahresende stehen: Bayern will in die Microsoft-Cloud
Vertrag soll bis Jahresende stehen: Bayern will in die Microsoft-Cloud
Offener Brief der deutschen IT-Branche (Heinlein Group)
