Der größte Cyberangriff auf Berlin
Mitte August 2026 wurde das Berliner Landesnetz (BeLa) Ziel eines massiven Cyberangriffs durch die Hackergruppe Rhysida. Die Attacke führte zur Trennung mehrerer Senatsverwaltungen vom Netz – darunter Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen sowie Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Die Arbeitsfähigkeit war faktisch lahmgelegt.
Anfang September 2026 eskalierte die Lage: Rhysida forderte rund 2 Millionen Euro Lösegeld für 5,79 Terabyte gestohlener Daten. Die Stadt Berlin lehnte die Zahlung entschlossen ab – ein Schritt, der von Sicherheitsexperten gelobt wurde.
Daten veröffentlicht – Sensible Inhalte im Darknet
Am 4. September 2026 veröffentlichte Rhysida die erbeuteten Daten öffentlich. Die Hackergruppe erklärte: „Alle Dateien wurden im öffentlich zugänglichen Bereich hochgeladen – viel Spaß beim Stöbern, Datenjäger!“
Unter den freigegebenen Daten befinden sich:
- Verträge, Strafsachen und Ordnungswidrigkeitenverfahren
- Zahlungsvorgänge, Gehaltslisten, IBANs
- E-Mails und Passwörter
- KRITIS-Analysen zur Wasserversorgung Berlins
- Listen mit objektspezifischen Schutzvorgaben für den Verteidigungsfall
- Personalunterlagen, Arbeitszeugnisse
Joachim Selzer vom Chaos Computer Club kommentierte: „Das ist für die Berliner Verwaltung schon unangenehm. Das sind natürlich sehr viele interne Daten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Mit solchen Daten können Kriminelle immer irgendetwas anfangen.“
Fehlende Sicherheit, massive Folgen
Der Vorfall offenbart gravierende Sicherheitslücken:
- Homeoffice wurde für Verwaltungsangestellte ausgesetzt, da VPN-Zugangsdaten abgeflossen sind.
- Die Abflüsse erfolgten über mehrere Tage (7.–12. August), ohne dass ein Echtzeit-Monitoring Alarm schlug.
- Sensible KRITIS-Daten – etwa zum Zivilschutz – sind nun öffentlich zugänglich.
Dieser Angriff ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom: Behörden agieren weiterhin mit veraltetem Sicherheitsdenken, während Angreifer professionalisieren. Die Folgen tragen letztlich die Bürger – durch Identitätsdiebstahl, Betrug und Vertrauensverlust.
Was jetzt?
- Sofortige Sicherheitsaudits in allen Landesnetzen.
- Verpflichtende Zero-Trust-Architekturen für kritische Infrastrukturen.
- Transparente Aufklärung – nicht nur in Berlin.
Die digitale Souveränität beginnt bei der Sicherheit des Staates. Wenn der nicht schützt, wer dann?
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*Artikel freigegeben am 05.09.2026 – Veröffentlichung via Castopod geplant.*

