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Schlagwort: arbeitslosengeld

  • „Länger arbeiten“ – während Parteien, Lobbyisten und Apparate unantastbar bleiben?

    „Länger arbeiten“ – während Parteien, Lobbyisten und Apparate unantastbar bleiben?

    Wieder einmal sollen die Bürger länger arbeiten, während diejenigen, die politische Verantwortung tragen, sich selbst aus jeder Zumutung heraushalten.

    Ausgangspunkt ist ein aktuelles Papier des CDU-Wirtschaftsrat, das über Bild öffentlich gemacht wurde. Verkauft wird das Ganze als „Agenda für Arbeitnehmer“.
    Was darin steht, ist allerdings vor allem eines: eine Agenda gegen Arbeitnehmer, Erwerbslose, Rentner und Kranke.

    Weniger Leistung für Bürger – mehr Schonung für den Apparat

    Der Wirtschaftsrat fordert unter anderem:

    Arbeitslosengeld nur noch ein Jahr statt bis zu zwei

    Streichung von Grundrente, Mütterrente und Rente mit 63

    Renteneintritt über 67 hinaus, gekoppelt an Lebenserwartung

    Zahnarztleistungen raus aus der gesetzlichen Krankenversicherung

    Weniger abgesicherte Arztbesuche

    Arbeitswege nicht mehr über die Unfallversicherung absichern

    Das alles unter dem Schlagwort „explodierende Sozialabgaben“.

    Was auffällig fehlt:
    👉 Kein Wort zu Parteien
    👉 Kein Wort zu Abgeordnetenprivilegien
    👉 Kein Wort zu Lobbystrukturen

    Immer „länger arbeiten“ – aber nie länger haften

    Wenn von Zumutungen die Rede ist, wird der Blick nie nach oben gerichtet.

    Was ist eigentlich mit:

    politischen Fehlentscheidungen,

    milliardenschweren Affären,

    persönlicher Verantwortung?

    Was halten zum Beispiel Philipp Amthor oder Jens Spahn davon, politische Fehltritte und wirtschaftliche Schäden konsequent aufzuarbeiten – inklusive Rückzahlung und Rücktritt?

    Stattdessen dürfen genau diese Kreise erklären, warum andere bitte länger schuften, mehr zahlen und weniger bekommen sollen.

    Parteien als Selbstbedienungsladen

    Vielleicht wäre es an der Zeit, eine andere Frage zu stellen:

    Brauchen wir diesen Parteiapparat überhaupt in dieser Größe?

    Zu viele Abgeordnete

    Zu hohe Diäten

    Jährliche automatische Erhöhungen

    Sonderversorgung außerhalb der gesetzlichen Systeme

    Warum zahlen Abgeordnete nicht vollständig in:

    die gesetzliche Rentenversicherung

    die gesetzliche Krankenversicherung

    ein – so wie jeder andere Bürger?

    Warum gelten für politische Entscheidungsträger andere Regeln, während sie gleichzeitig soziale Leistungen für alle anderen kürzen wollen?
    Sparen? Dann bitte dort, wo Macht und Geld zusammenkommen

    Wenn wirklich gespart werden soll, dann bitte dort, wo es weh tut – nicht bei den Schwächeren:

    Parteiapparate drastisch verkleinern

    Lobbyorganisationen entmachten

    Anzahl der Abgeordneten reduzieren

    Bürokratische Selbstbeschäftigung abbauen

    Diäten deckeln oder kürzen

    Der Staat ist nicht zu teuer, weil Bürger zu viel bekommen,
    sondern weil sich politische und wirtschaftliche Eliten ein System geschaffen haben, das sich selbst finanziert.

    „Agenda für Arbeitnehmer“ – oder für Lobbyisten?

    Der Wirtschaftsrat wirft der SPD vor, eine Partei der „Transferempfänger“ zu sein.
    Ironisch – denn was hier gefordert wird, ist ein gigantischer Transfer von Risiko nach unten:

    Gesundheit privatisieren

    Arbeitslosigkeit entwerten

    Alter absichern? Selbst schuld.

    Das ist kein Aufstiegsversprechen.
    Das ist Rückbau sozialer Sicherheit zugunsten wirtschaftlicher Interessen.

    Warum ich das öffentlich mache

    Diese Forderungen sind kein Ausrutscher.
    Sie sind Ausdruck einer Haltung:
    Der Bürger ist Kostenfaktor. Parteien und Lobbyisten sind gesetzt.

    Das akzeptiere ich nicht.

    Wenn länger gearbeitet werden soll, dann erst, nachdem:

    politische Verantwortung übernommen wurde,

    Sonderrechte gefallen sind,

    Parteien selbst massiv abgespeckt wurden.

    Alles andere ist moralisch nicht vermittelbar.

    Haltung statt Hormon

    Wer sparen will, soll bei Macht, Privilegien und Apparaten anfangen –
    nicht bei Zahnarztbesuchen, Arbeitslosen oder Rentnern.

    Der Sozialstaat ist kein Fehler.
    Der Missbrauch von Macht schon.

    Zahnarztbesuche sollen privat bezahlt werden „Agenda für Arbeitnehmer“ sieht Streichung zahlreicher Sozialleistungen vor