Wissenschaftsfreiheit oder Staatsmeinung? – Warum wir bei der Aufarbeitung der Corona-Jahre ehrlich sein sollten Neues aus den USA:

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. kündigt an, dass öffentlich finanzierte Forschung künftig nicht mehr in unabhängigen renommierten Fachjournalen erscheinen soll, sondern in regierungseigenen Journalen.
Wissenschaftler weltweit sind entsetzt, schreibt die SZ (Christina Berndt, 13.05.2025).
Soweit die Nachricht.
Soweit – leider – nichts wirklich Neues.
Denn die Debatte über die Freiheit von Wissenschaft und Forschung ist spätestens seit den Corona-Jahren ein vermintes Gelände.
Und ausgerechnet Konstantin von Notz (Grüne) belehrt uns nun auf X (ehemals Twitter) in süffisanter Tonlage:
👉 „There you go… und während ihr ungeimpft in diesen staatlichen Publikationen blättert, bitte immer nur rohe Milch trinken…“
Doppelte Standards in der Wissenschaft?
Ich frage mich:
Wo war dieses Engagement für Wissenschaftsfreiheit in den Jahren 2020–2022?
Wer damals öffentlich Bedenken gegen staatlich verordnete Impfkampagnen oder gegen den Umgang mit abweichenden wissenschaftlichen Stimmen äußerte, wurde als Schwurbler, Querdenker oder Demokratiefeind diffamiert.
👉 Alternative Forschungsansätze wurden systematisch unterdrückt.
👉 Kritische Wissenschaftler verloren Aufträge oder Ruf.
👉 In Medien und Politik herrschte der Tenor: „Nur der Konsens der von uns anerkannten Experten zählt.“
Fakten statt Spott
Jetzt plötzlich die Empörung, weil in den USA offener ausgesprochen wird, was in Europa oft durch die Hintertür geschieht:
Wissenschaftliche Förderprogramme werden politisch gelenkt.
Unbequeme Forschung wird nicht gefördert oder aus Programmen gestrichen.
Journalisten und Wissenschaftler, die kritische Fragen stellen, werden diskreditiert.
Peer-Review, also die unabhängige Prüfung von Forschung durch andere Fachleute, ist eine tragende Säule der Wissenschaft.
Doch wer glaubt, dass europäische Journale in den letzten Jahren frei von politischem Druck waren, macht sich Illusionen.
Beispiel Corona und Impfstoffdebatte
Gerade in der Corona-Zeit wurden Studien mit kritischen Ergebnissen zu Impfwirkung, Nebenwirkungen oder Alternativtherapien systematisch marginalisiert.
Nature und The Lancet mussten sich mehrfach für vorschnell veröffentlichte, politisch genehme Studien rechtfertigen.
Meta-Analysen wurden oft verzögert oder selektiv zitiert.
Und Politiker wie Herr von Notz?
Ganz vorne dabei, wenn es darum ging, staatlich gewünschte Narrative zu unterstützen.
Eine ehrliche Debatte wäre überfällig
Statt Spott über Rohmilch und altbekannte Klischees gegen Impfkritiker wäre ein ehrlicher Blick in den Spiegel nötig:
👉 Wie unabhängig ist unsere Wissenschaft wirklich?
👉 Wer bestimmt heute, was „akzeptable“ Forschung ist?
👉 Welche politischen Filter wirken in unseren Förderstrukturen?
👉 Warum wurde während Corona so wenig Raum für offene Debatte gelassen?
Fazit: Freiheit für alle Forschung, nicht nur die politisch passende
Ich halte fest:
1️⃣ Was Kennedy Jr. in den USA plant, ist brandgefährlich.
2️⃣ Aber: Wir sollten in Europa aufhören, so zu tun, als wäre bei uns alles im Lot.
3️⃣ Wer heute echte Wissenschaftsfreiheit will, muss auch die Fehler der Corona-Jahre aufarbeiten – ohne Ausnahme.
Und zum Schluss an Herrn von Notz:
Bevor Sie beim Thema Wissenschaft künftig wieder die moralische Messlatte auspacken, erinnern Sie sich bitte an die eigene Rolle während der Pandemie.
Glaubwürdigkeit gewinnt man durch Selbstkritik, nicht durch Spott.