Morgens auf dem Campingplatz Schleiden. Die Kaffeemühle surrt, der Duft von frischem Kaffee zieht durch die kühle Frühlingsluft. Zwischen rostiger Sonnenliege, gesplittertem Fenster und bröckelnder Infrastruktur denke ich darüber nach: Was ist eigentlich aus diesem Land geworden?
Ein Land, in dem sich angeblich alles vom Tellerwäscher zum Millionär entwickeln kann – zumindest laut Märchenbuch der Marktwirtschaft. Doch die Realität sieht anders aus. Ich sitze hier auf dem Platz 159, mein „Chaley“ ist noch nicht winterfest, das Dach muss gemacht werden, mein Alltag ist geprägt von Rechnungen, widersprüchlichen Behörden, Bürokraten-Pingpong und einem Minijob als Hausmeister, voelleicht einmal der mir wenigstens etwas Struktur geben würde.
Währenddessen schwadronieren unsere Eliten weiter: Vom „bunten Deutschland“, wie es einst eine @GoeringEckardt mit strahlenden Augen verkündete. Was bunt sein soll, ist für viele längst grau geworden. Grau von Armut, von Hoffnungslosigkeit, von einem System, das uns unten hält. Eine Politik, die Kriege finanziert, Milliarden versenkt – aber bei Heizkosten, Wohnraum und Existenzsicherung auf Durchzug schaltet.
Und da wäre noch unser nächster Kanzler-Kandidat @_FriedrichMerz, BlackRock-Lobbyist mit Steuerknüppel im Jetmodus. Einer, der vor allem für die Starken arbeitet – nicht für die, die den Dreck der Gesellschaft wegkehren, den Müll sortieren oder auf alten Holzliegen Wohnwagen oder sonstige Behausungen schlafen, weil der Sozialstaat versagt hat. Die Ampel hat es nicht besser gemacht – das System lebt auf Kosten der Kleinen.
Während ich mir meinen Kaffee einschenke, denke ich: Die Menschen hier auf dem Platz arbeiten, kämpfen, ums Überleben. Und trotzdem sieht man sie nicht in den Reden, nicht in den Talkshows, nicht in den Gesetzestexten. Wir sind die Unsichtbaren im Armenhaus Deutschland.
Doch unsichtbar bleiben wir nicht. Denn wir leben, wir denken, wir beobachten – und wir sprechen. Vielleicht nicht in den Medien, aber auf unseren Blogs, auf X, auf der Straße.
Fazit: Ich bin vielleicht kein Millionär, aber ich bin wach. Und wer wach ist, kann nicht mehr belogen werden.
Link zum Bild von Katrin Göring-Eckardt – „Das Land wird bunter“ 


