Lebensmittel retten – aber nur mit App?

Wie Too Good To Go digitale Ausgrenzung normalisiert
Lebensmittel retten klingt nach Fortschritt.
Nach Nachhaltigkeit.
Nach Verantwortung.

Doch was passiert, wenn genau dieser Anspruch an eine Bedingung geknüpft wird, die längst nicht alle erfüllen wollen – oder können?

Die Antwort liefert Too Good To Go selbst:
Ohne App keine Teilnahme. Keine Ausnahme. Keine Alternative.

Die App-Pflicht als Eintrittskarte zum Essen

Nach mehrfacher Nachfrage hat Too Good To Go unmissverständlich klargestellt:

Die Reservierung und Abholung von Lebensmitteln ist ausschließlich über die App möglich.
Eine Web-Oberfläche existiert nicht und ist nicht vorgesehen.

Das bedeutet im Klartext:
Wer keine App nutzt, bleibt draußen.

Egal ob aus Datenschutzgründen, technischer Überzeugung, aus Prinzip digitaler Selbstbestimmung oder schlicht, weil man kein kompatibles Gerät besitzt.

Das ist keine technische Notwendigkeit.
Das ist eine bewusste Entscheidung.

Digitale Selbstbestimmung ist kein Luxusproblem

Ich nutze keine Apps.
Nicht aus Trotz, sondern aus Überzeugung.

Meine Smartphones sind bewusst ohne proprietäre App-Ökosysteme betrieben. Open Source, selbst geflasht, kontrollierbar. Diese Entscheidung ist legitim – und sie betrifft längst nicht nur „Technik-Nerds“, sondern immer mehr Menschen, die sich mit Datenschutz, Abhängigkeiten und digitaler Souveränität auseinandersetzen.

Doch Too Good To Go sagt:
Dann bekommst du keine Lebensmittel.

Das ist digitale Ausgrenzung.

Nachhaltigkeit darf nicht selektiv sein

Wenn nachhaltige Projekte nur noch für jene zugänglich sind, die:

ein modernes Smartphone besitzen,

proprietäre Apps akzeptieren,

Tracking und Abhängigkeiten hinnehmen,

dann ist das keine soziale Nachhaltigkeit, sondern digitale Selektion.

Besonders problematisch wird das, wenn man den größeren Kontext betrachtet:

Tafeln arbeiten am Limit.

Lebensmittelarmut nimmt zu.

Gleichzeitig werden Zugänge verengt, statt erweitert.

Ein Projekt, das vorgibt, Lebensmittel zu retten, sollte niemanden vom Zugang ausschließen, nur weil er oder sie nicht Teil einer App-Infrastruktur sein will.

App-Zwang ist kein Naturgesetz

Eine responsive Web-Oberfläche wäre technisch trivial:

Reservieren

Abholen

Anzeigen
alles problemlos im Browser möglich.

Doch genau das wird verweigert.

Warum?
Weil Apps kontrollierbarer sind.
Weil Datenflüsse sauberer zu lenken sind.
Weil Nutzerbindung leichter funktioniert.

Aber das ist ein Unternehmensinteresse, kein Gemeinwohl.

Digitalministerium, EU-Wallets und der falsche Weg

Parallel dazu wird politisch darüber diskutiert, Alltagsprozesse weiter zu digitalisieren:

digitale Identitäten

Wallets

App-basierte Zugänge zu immer mehr Lebensbereichen

Doch Deutschland ist nicht Skandinavien – und will es auch nicht flächendeckend sein. Es gibt hier keinen gesellschaftlichen Konsens, das komplette Leben an Apps zu koppeln.

Wer diesen Weg dennoch erzwingt, verliert Menschen, statt sie mitzunehmen.

Warum ich darüber öffentlich schreibe

Ich habe Too Good To Go mehrfach sachlich kontaktiert.
Ich habe Alternativen vorgeschlagen.
Ich habe begründet, warum eine App-Pflicht problematisch ist.

Die Antwort war eindeutig: Nein.

Deshalb mache ich das öffentlich.

Nicht, um zu „bashen“,
sondern um zu zeigen, wohin wir steuern, wenn Nachhaltigkeit an technische Konformität gebunden wird.

Lebensmittel retten darf kein Privileg für App-Nutzer sein.

Haltung statt Hormon

Digitalisierung ist kein Selbstzweck.
Nachhaltigkeit kein Marketinglabel.
Und soziale Verantwortung endet nicht beim App-Download.

Wer wirklich retten will, muss Zugänge öffnen, nicht schließen.

Was bei Hetzner, DNS und YunoHost wirklich passiert ist

In den letzten Tagen hatte ich massive Probleme mit meinem YunoHost-Server bei Hetzner.
Das Admin-Panel war teilweise erreichbar, teilweise nicht. Zertifikate liefen aus, Firefox blockierte Zugriffe wegen HSTS, und Dienste wie Mastodon, WordPress, Matrix, Diaspora,Screensa verhielten sich instabil oder sehr träge. Oder waren nicht aufrufbar. Wie E-Mail-Verkehr.

Das Entscheidende vorweg:
Das Problem lag nicht bei YunHost, nicht bei Firefox und nicht bei meinem Server.
Die Ursache ist die laufende DNS-Migration bei Hetzner.

1. Die Ausgangslage

Mein Setup:

Hetzner VPS

YunHost

mehrere Domains (example.org, .eu, Subdomains wie srv, cloud, netz, treff, mastodon ,wp,dia,)

automatische Let’s-Encrypt-Zertifikate

DNS bisher über die alte Hetzner DNS-Konsole

Hetzner hat angekündigt:

Die alte DNS-Konsole (dns.hetzner.com) wird abgeschaltet.
Bestehende Zonen müssen in die neue Hetzner Console migriert werden.

👉 Klingt harmlos – ist es aber nicht, wenn man Server betreibt.

2. Das sichtbare Problem (Symptome)

Folgende Dinge traten gleichzeitig auf:

Firefox zeigt bei https://example.org/yunhost/sso: dns dmg

HSTS-Fehler

keine Möglichkeit, eine Ausnahme hinzuzufügen

Server YunHost meldet:

„DNS records are different to this server’s IP“

Zertifikate lassen sich nicht erneuern

Mastodon:

Föderation instabil

Verbindungsprobleme

dig zeigt:

intern: 1000.0.0.1

extern: andere IPs als erwartet

👉 Klassisches Zeichen für inkonsistente DNS-Quellen.

3. Warum das so kritisch ist (HSTS erklärt)

example.org nutzt HTTP Strict Transport Security (HSTS).

Das bedeutet:

Browser dürfen nur HTTPS

abgelaufene oder falsche Zertifikate = kompletter Zugriff gesperrt

kein „Ich vertraue trotzdem“-Button

💡 Das ist kein Bug – das ist Sicherheit.

Wenn DNS → falsche IP
dann Zertifikat → falsch
dann Browser → blockiert

Kette geschlossen. Ende.

4. Der entscheidende Hinweis: Zwei DNS-Welten gleichzeitig

Was wirklich passiert ist:

Alte Hetzner DNS-Konsole existiert noch

Neue Hetzner Console existiert schon

Domains sind teilweise migriert

Teilweise zeigen Records noch auf alte IPs

Teilweise schon auf neue IPs

Ergebnis:

Je nach Resolver (Server intern, Cloudflare, ISP, Browser)
bekommst du unterschiedliche Antworten.

Das ist der Worst Case für:

Zertifikate

Mail

Föderation (Mastodon und weitere Anwendungen)

Admin-Portale

5. Warum Hetzner-Support mir nicht helfen konnte

Ich habe:

ein Ticket eröffnet

telefonisch nachgefragt

Antwort (ehrlich & wichtig):

Der aktuelle Telefonsupport ist nur für Hardware & Rechenzentrum zuständig.
DNS-Migration = anderes Team.
Konkrete Hilfe zur neuen DNS-Console: aktuell kaum möglich.

👉 Das ist keine böse Absicht – die Migration läuft noch.

6. Warum der „Workaround“ keine Lösung ist

Ja, man kann:
yunhost domain cert renew DOMAIN –no-checks

Das funktioniert kurzfristig.

❌ Aber:

DNS bleibt falsch

Zertifikate brechen beim nächsten Renew

Mail bleibt fehleranfällig

Mastodon und weitere Programme bleiben instabil.

Das ist Flickschusterei – keine Lösung.

7. Die saubere Lösung (kein Workaround) ✅
Schritt 1: Eine einzige DNS-Quelle

👉 Entscheiden:

Entweder neue Hetzner Console

oder externer DNS (z. B. deSEC, Cloudflare)

❌ Nicht beides gleichzeitig

Da bei mir Cloudflare genauso vorhanden ist, bin ich erst spät darauf gekommen.

Schritt 2: Alle A / AAAA Records korrekt setzen

Für jede Domain & Subdomain:

A → 1000.200.100.10

AAAA → 2e001:4a9:122:39001::3

Keine alten IPs mehr (987.201.222.100, …259d::3).

Schritt 3: Wildcards & Mail sauber nachziehen

* A / AAAA setzen

MX setzen

SPF / DKIM / DMARC aktualisieren

CAA für Let’s Encrypt setzen

(YunHost sagt dir exakt, was fehlt – das ist Gold wert.)

Schritt 4: Warten (leider ja)

DNS braucht:

Minuten bis Stunden

manchmal 24–48 Stunden

Erst danach:

Zertifikate erneuern

Dienste testen

Mastodon stabilisieren

8. Warum jetzt plötzlich wieder manches geht

Du hast es selbst beobachtet:

Zertifikat für example.org geht wieder

Admin-Panel über ddd.example.org funktioniert

Probleme treten nur über das Portal / SSO auf

👉 Das bestätigt:
DNS-Inkonsistenz, nicht Serverfehler.
Per Terminal kommt man weiter partiell

9. Fazit

Das hier ist wichtig – für alle mit Servern:

DNS-Migrationen sind kein Detail.
Sie sind kritisch für alles darüber.

YunoHost funktioniert korrekt.
Firefox reagiert korrekt.
HSTS schützt korrekt.

Nur DNS muss einmal sauber, vollständig und einheitlich gemacht werden.
Und danach sollte Ihr Server wieder sauber laufen.

Der Mythos vom unabhängigen Chaos Computer Club: Wenn kritisches Denken zum Feigenblatt verkommt

**Der Mythos vom unabhängigen Chaos Computer Club: Wenn kritisches Denken zum Feigenblatt verkommt

**Von „Carrabelloy“ – Stimme für digitale Souveränität und kritisches Denken**

**Einleitung**
Es gab eine Zeit, da war der Chaos Computer Club (CCC) das Sprachrohr für digitale Freiheit, Datenschutz und kritische Netzpolitik. Heute scheint vieles davon nur noch Fassade. In diesem Beitrag geht es nicht um bloße Polemik, sondern um klare Beobachtungen, dokumentierte Entwicklungen und die berechtigte Frage: **Wie viel Unabhängigkeit ist vom CCC eigentlich noch übrig?**

**1. Der CCC im politischen Drift: Von Unabhängigkeit kaum noch eine Spur**

Der CCC war einst eine kritische Stimme gegen Machtmissbrauch – egal von welcher Seite. Heute wirkt vieles davon angepasst, glattgebügelt, vorauseilend konsensbereit.

Ein Beispiel: Während Plattformen wie Mastodon als „dezentrale Hoffnungsträger“ gehandelt werden, bleibt die politische Einseitigkeit dieser Netzwerke unausgesprochen. Der linke Aktivismus dominiert, andere Perspektiven werden schnell als „toxisch“ ausgegrenzt oder blockiert. Wer also wirklich Meinungsvielfalt sucht, wird dort oft enttäuscht.

**Fazit**: Eine kritische Institution, die nur noch eine Richtung toleriert, ist keine freie mehr.

**2. Datenschutz? Nur wenn er ins politische Bild passt**

Der eigentliche Skandal liegt jedoch tiefer: Der CCC schweigt laut, wenn es um wirklich heikle Themen geht. Zum Beispiel die Nutzung von **Palantir-Software** durch deutsche Polizeibehörden in mittlerweile fünf Bundesländern (Hessen, NRW, Bayern, Hamburg und Bremen).

Palantir steht seit Jahren wegen seiner engen Verbindungen zum US-Militär und Geheimdiensten wie der NSA in der Kritik. Die Software ermöglicht umfassende Datenanalyse – mit weitreichenden Überwachungsmöglichkeiten. Doch vom CCC? Kaum ein Wort.

Dabei wäre genau das ihr Thema: Machtmissbrauch durch digitale Technologien, intransparent eingeführte Überwachungssysteme – und das alles auf europäischem Boden.

**Fakt**: Die Software „Gotham“ von Palantir wird ohne öffentliche Ausschreibungen und mit geheim gehaltenen Verträgen in den Landesbehörden eingesetzt. Datenschützer schlagen Alarm – der CCC schweigt.

**3. Die öffentlich-rechtliche Framing-Maschine**

Wer sich zu diesen Themen Informationen bei öffentlich-rechtlichen Medien wie **ARD Mediathek** oder **ARDAudiothek** sucht, wird schnell enttäuscht. Wenn über digitale Themen berichtet wird, geschieht das oft einseitig und mit starker ideologischer Rahmung (Framing).

Beispiel: In einem ARD-Beitrag zum Thema Datenschutz in sozialen Netzwerken wurde Mastodon lobend hervorgehoben – Kritiker kamen nicht zu Wort. Die Palantir-Problematik wurde nicht einmal erwähnt.

**Frage**: Wo bleibt der journalistische Anspruch auf Vollständigkeit? Wo ist der Wille zur echten Kontroverse?

**4. CCC als Feigenblatt? Der Verlust des digitalen Gewissens**

Statt klarer Kante sehen wir heute beim CCC oft weichgespülte Kompromissrhetorik. Kritische Stimmen innerhalb des Clubs wurden leiser oder gingen ganz. Der einstige Ruf als „digitale Opposition“ wird von Jahr zu Jahr unglaubwürdiger.

Selbst Szene-Größen wie „Leinis“ wirken heute angepasst. Das kreative, anarchische Element, das den CCC früher ausmachte, scheint verloren.

**Fazit: Zeit für einen neuen digitalen Realismus**

Es braucht neue Räume für echte Diskussion, für unabhängiges Denken und für digitale Selbstbestimmung. Plattformen wie Mastodon, Projekte wie Nextcloud und Akteure wie Palantir sollten nicht verklärt, sondern hinterfragt werden – mit Haltung, aber auch mit offenen Augen.

**Carrabelloy** steht für genau das: dezentrale Freiheit, kritisches Hinterfragen, digitale Verantwortung – ohne ideologische Scheuklappen.

**Verweise und Quellen:**

* [https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/polizei-palantir-datenanalyse-100.html](https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/polizei-palantir-datenanalyse-100.html)
* [https://netzpolitik.org/2023/palantir-in-der-polizei-bundeslaender-im-ueberwachungsrausch/](https://netzpolitik.org/2023/palantir-in-der-polizei-bundeslaender-im-ueberwachungsrausch/)
* [https://www.heise.de/news/Mastodon-und-der-Diskurs-Problem-7417221.html](https://www.heise.de/news/Mastodon-und-der-Diskurs-Problem-7417221.html)

Weitere Quellen und Analysen auf meinem Blog: **[carrabelloy.wordpress.com](https://carrabelloy.wordpress.com)**

CREO zwischen Anspruch und Beweis – warum technische Kritik wichtig ist, aber nicht alles erklärt

CREO zwischen Anspruch und Beweis

Warum technische Kritik wichtig ist – aber nicht das ganze Bild zeigt

CREO verspricht digitale Privatsphäre jenseits der bekannten Messenger: unknackbar, dezentral, kompromisslos.
Ein aktuelles Video aus dem Bereich IT-Security nimmt diese Aussagen auseinander und stellt sie technisch infrage.
Das ist legitim – und notwendig.

Was mir dabei jedoch fehlt, ist die Einordnung zwischen berechtigter Skepsis und vorschneller Abwertung.
Genau diese Lücke möchte ich hier schließen – aus meinem begrenzten, aber reflektierten Wissensstand heraus.

Ich schreibe diesen Text nicht als Entwickler, nicht als Kryptograf und nicht als Sprachrohr eines Projekts.
Sondern als jemand, der sich seit Jahren mit Datenschutz, Open Source, Überwachung und digitaler Macht beschäftigt
– und der die Menschen hinter CREO auch persönlich kennengelernt hat, unter anderem in Luxemburg.


Ausgangspunkt der Debatte

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Warum ich mich zu Wort melde

Kritik an Sicherheitsversprechen ist kein Angriff, sondern Pflicht.
Problematisch wird es dort, wo Kritik selbst absolut wird – wo aus „nicht belegt“ implizit „unseriös“ gemacht wird.

CREO wird derzeit oft an einem Maßstab gemessen, der eigentlich nur für fertige, vollständig dokumentierte Systeme gilt.
CREO ist das aber (noch) nicht.
Es ist ein Projekt, ein Gegenentwurf, ein politisch-technischer Versuch, Kontrolle über Kommunikation zurückzuholen.


„Unknackbar“ – ein Wort, das mehr schadet als hilft

Ja: In der IT-Sicherheit gibt es kein „unknackbar“.
Solche Begriffe sind technisch nicht haltbar und erzeugen falsche Erwartungen.
Das sollte man klar benennen – und das wird in der Kritik auch zu Recht getan.

Was man dabei aber nicht übersehen sollte:
Hier wird ein Marketingbegriff wie eine formale Sicherheitszusage behandelt.
Das ist ein Kategorienfehler.
Das Wort ist schlecht gewählt – aber kein Beweis für Unsicherheit oder Täuschung.

Die eigentliche Frage lautet nicht, ob das Wort perfekt ist, sondern:
Welche Bedrohungsmodelle adressiert CREO – und welche nicht?


AES-512, „Individual Adaptive Encryption“ und Offenlegung

Auch hier ist die Kritik im Kern berechtigt.
AES kennt offiziell 128- und 256-Bit-Schlüssel.
„AES-512“ ist kein etablierter Standard.
Ohne technische Spezifikation bleibt unklar, was konkret gemeint ist.

Aber:
Nicht standardisiert heißt nicht automatisch schlecht.
Und nicht offengelegt heißt nicht automatisch unsicher.

Was CREO liefern muss, sind klare technische Beschreibungen.
Was Kritiker liefern sollten, ist Nachfrage statt Spott.


Dezentralität heißt nicht Regellosigkeit

Der häufige Vorwurf lautet:
Dezentral – aber Accounts können gesperrt werden?

Das ist kein technischer Widerspruch, sondern eine Governance-Frage.
Vollständig herrschaftsfreie Systeme scheitern in der Praxis fast immer an
Spam, Betrug, Missbrauch oder illegalen Inhalten.

CREO behauptet nicht, es gäbe keine Regeln.
CREO behauptet, es gebe keine zentrale Datenmacht.
Das ist ein entscheidender Unterschied.


Wallet, Bank, Realität

Sobald Zahlungsinfrastruktur ins Spiel kommt, greifen Regulierung,
Banken, Partner und Compliance.
Das ist Realität.

Aussagen wie „niemand kann es sehen“ oder „100 % sicher“ sind hier besonders sensibel,
weil Nutzer daraus schnell falsche Schlüsse ziehen.

Auch hier gilt:
Man muss technische Ebenen und regulatorische Ebenen sauber trennen.
Nicht alles ist entweder total privat oder total transparent.


Fazit: Kritik ja – Demontage nein

Technische Kritik an CREO ist richtig und notwendig.
Aber Kritik braucht Maßstab – genauso wie Vertrauen.

CREO ist nicht Signal.
CREO will nicht Signal sein.
Es ist ein politisch-technischer Gegenentwurf, der sich erst noch beweisen muss.

Dafür braucht es:

  • Offenlegung
  • Spezifikation
  • unabhängige Prüfung
  • Zeit

Nicht das lauteste Versprechen zählt – aber auch nicht der schnellste Zweifel.

Haltung statt Hormon.
Digitale Privatsphäre entsteht nicht durch Superlative,
sondern durch Transparenz, Verantwortung und ehrliche Debatten.


Das vollständige Video


Söders Microsoft-Milliarde – Der digitale Ausverkauf Bayerns

Vom „Heimat-Macher“ zum Cloud-Vermieter
Markus Söder verkauft Bayern – digital und politisch.
Während andere Länder wie die Niederlande, Frankreich und sogar der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag von Microsoft abrücken, geht der CSU-Ministerpräsident den entgegengesetzten Weg: rein in die Abhängigkeit, koste es, was es wolle.

Bayern plant einen Milliarden-Deal mit Microsoft, der sämtliche Behörden in die Cloud des US-Konzerns verlagern soll – und das ohne öffentliche Ausschreibung.
So etwas nennt man nicht Fortschritt, sondern digitalen Kolonialismus.
Ein Deal gegen Vernunft – und gegen Bayern

Die bayerische Staatsregierung will laut einer Präsentation des Finanzministeriums bis Ende 2025 den gesamten Staatsapparat mit Microsoft 365 ausstatten.
Während in Den Haag der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs erleben musste, dass Microsoft auf Druck der US-Regierung sein E-Mail-Konto sperrte, glaubt Söder ernsthaft, man könne auf amerikanische Cloud-Dienste vertrauen.

Ein Land, das seine Daten nicht schützt, verliert seine Souveränität.
Doch genau das passiert jetzt in Bayern – unter dem Etikett „Digitalisierung“.

Eine Milliarde Steuergeld – raus aus Bayern, rein nach Redmond

Laut offenem Brief der Heinlein Group, B1 Systems, OpenProject und anderer deutscher Softwarefirmen sollen in den kommenden fünf Jahren nahezu eine Milliarde Euro an Microsoft fließen.
Geld, das nicht in bayerische Firmen, Forschung oder Open-Source-Lösungen investiert wird,
sondern direkt in die Taschen eines US-Konzerns.

Von Transparenz keine Spur:

„Weil dafür ein Rahmenvertrag als Stütze dient, braucht es keine Ausschreibung, keine Beteiligung, niemand muss Kritik anhören.“
– Offener Brief der IT-Branche

Söder – der Phrasen-König des Digitalen

Markus Söder liebt große Worte:

„Bayern wird digitales Leitland!“
In Wahrheit baut er einen digitalen Hinterhof für die US-Techindustrie.

Dass der Internationale Strafgerichtshof, Universitäten und Verwaltungen längst auf OpenDesk – also europäische, quelloffene Alternativen wie Nextcloud, OpenProject oder Univention – umsteigen, scheint ihn nicht zu interessieren.
Söders Motto: „Lieber alte Abhängigkeiten pflegen, als neue Ideen fördern.“

Diese Politik ist kein Fortschritt, sondern Rückschritt mit WLAN.

Datenschutz? Später vielleicht.

Selbst das Finanzministerium gibt zu:

„Datenschutzprobleme räumt man ein, doch kümmern solle man sich darum später.“

Mit dieser Haltung würden in jedem mittelständischen Unternehmen die Alarmglocken schrillen –
doch in der Staatskanzlei reicht offenbar ein PR-Slogan: „Bayern wird digital.“

Das erinnert an Söders typische Wendehals-Politik:
Heute „Technologie-Offensive“, morgen „Heimatschutz“.
Immer das, was gerade in die Schlagzeilen passt – nie das, was wirklich Bestand hat.

Offene Fragen – keine Antworten

Auf Nachfrage von Journalisten konnte das Finanzministerium keine Angaben zu:

Vertragslaufzeit,

Kosten,

Sicherheitsvorkehrungen
oder

geprüften Alternativen

machen.
Man „bitte um Verständnis“, hieß es.
Verständnis? Nein – das ist schlicht Ignoranz gegenüber dem Steuerzahler.

Europa setzt auf Unabhängigkeit – Bayern auf Abhängigkeit

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag wechselte jüngst von Microsoft zu OpenDesk,
weil US-Sanktionen und Zugriffsmöglichkeiten auf Daten ein reales Sicherheitsrisiko darstellen.
In Bayern dagegen glaubt man offenbar, Datenschutz sei optional.

„Digitale Souveränität? Wird überbewertet“, scheint Söders Devise zu sein.

Fazit – Söders Milliarden-Phrasen

Markus Söder inszeniert sich als Digitalisierer, bleibt aber der alte Phrasen-König,
der lieber Deals macht als Debatten führt.
Er redet von Zukunft – und kauft sich dabei in die Vergangenheit ein.

Wer als Regierungschef die Kontrolle über eigene Daten, Finanzen und Infrastruktur aus der Hand gibt,
der verrät nicht nur seine Wirtschaft, sondern auch seine Bürger.

💬 Haltung statt Hormon

Digitalisierung ist kein Selbstzweck.
Sie braucht Unabhängigkeit, Transparenz und Sicherheit –
nicht Showpolitik und amerikanische Knebelverträge.

Bayern verdient mehr als ein Microsoft-Abo auf Lebenszeit.
Und wer wirklich Zukunft will, muss endlich Open Source denken,
nicht Microsoft 365 als Staatsreligion einführen.

📌 Mein Kommentar:

Söder ist kein Digitalstratege – er ist ein Wendehals mit WLAN-Anschluss.

Wenn Ideologie, Macht und Lobbyismus den Verstand ersetzen,
bleibt von Politik nur noch Phrasendrescherei in der Cloud.

📰 Quellen & weiterführende Informationen:

Während Den Haag aussteigt: Bayern schließt Milliarden-Deal mit Microsoft

Während Den Haag aussteigt: Bayern schließt Milliarden-Deal mit Microsoft

Vertrag soll bis Jahresende stehen: Bayern will in die Microsoft-Cloud
Vertrag soll bis Jahresende stehen: Bayern will in die Microsoft-Cloud

Offener Brief der deutschen IT-Branche (Heinlein Group)

Offener Brief der deutschen IT-Branche