Neulich fiel es jemandem auf Instagram auf: Bei Fuze Tea ist das Rainforest Alliance Siegel, der kleine grüne Frosch, von der Vorderseite verschwunden. Auf der Rückseite, im Kleingedruckten, taucht es dann doch noch auf. Man fragt sich: Wurde es wegen Verkaufseinbrüchen von vorne genommen, aber hinten versteckt, um formal nichts zu verlieren?
Und ehrlich: Welcher Mensch liest das noch alles? Soll ich künftig im Supermarkt jedes Produkt umdrehen und mich durch immer kleinere Schrift kämpfen? Das passt hinten und vorne nicht. Das muss aufhören.
Doch das ist nur ein kleines Symptom. Schaut man genauer hin, ergibt sich ein größeres Bild.
Die Fakten, die belegbar sind:
Erstens, das Saatgut. Das EU-Sortenrecht macht die Zulassung alter Sorten so teuer und kompliziert, dass sie sich wirtschaftlich kaum lohnt. Das begünstigt die Einheitssorte und benachteiligt die Vielfalt. Genau das beschreibt auch die Tomatenhexe auf ihrer Seite: Früher zog man aus den eigenen Tomaten die Samen und daraus neue Pflanzen. Diese Selbstverständlichkeit wird immer schwerer.
Zweitens, die neue Gentechnik. Das EU-Parlament hat im Juni 2026 die Deregulierung neuer gentechnischer Verfahren, kurz NGT, endgültig beschlossen. Der Kern: Bestimmte gentechnisch veränderte Pflanzen gelten künftig als konventionell gleichwertig, ohne Risikoprüfung. Und die Kennzeichnung ist beim Saatgut noch vorgesehen, beim Endprodukt im Supermarkt aber nicht mehr. Das heißt konkret: Wer künftig zu einem Lebensmittel greift, kann oft gar nicht mehr erkennen, ob Gentechnik im Spiel war.
Drittens, das Laborfleisch. In den Niederlanden gibt es mit Mosa Meat ein Unternehmen, das Fleisch aus Zellkulturen herstellt und in der EU einen Zulassungsantrag gestellt hat. Die EU-Kommission hat Fördergelder für solche Projekte vergeben. Und Investoren wie Bill Gates haben in mehrere Firmen dieser Branche investiert. Das alles ist keine Erfindung, sondern belegt und nachlesbar.
Und jetzt mein lautes Denken, meine Sicht der Dinge:
Wenn irgendwo Geld reingesteckt, geforscht und dereguliert wird, dann steckt ein Ziel dahinter. Niemand betreibt solchen Aufwand ohne Absicht. Für mich fügt sich das zu einem Muster: Erst wird die Selbstversorgung erschwert, altes Saatgut praktisch verunmöglicht. Dann wird verändertes, im Labor gezüchtetes Saatgut auf die Felder gebracht. Und am Ende soll der Bürger genmanipulierte, veränderte Lebensmittel auf den Teller bekommen, ohne es noch nachlesen zu können. Dass man die Kennzeichnung am Endprodukt kippt, ist für mich der entscheidende Schritt: Man nimmt den Menschen die Möglichkeit, überhaupt noch zu wissen, was sie essen. Und das ist asozial.
Für mich sieht das aus wie ein Ameisenstaat: Vorne sitzt die Königin, und das Volk hat zu folgen, hat dafür zu sorgen, dass die Brutstätte oben weiter existiert. Der Rest ist denen im Grunde egal. Genau so kommt mir das hier vor. Es läuft etwas ab, bei dem die Politik den Menschen nicht einmal mehr sagen muss, was sie beschließt, und danach erst recht nicht.
Ich habe daran kein Interesse. Und deshalb schreibe ich darüber.
Anhang: Die Fakten zum Nachlesen
Zur neuen Gentechnik und Kennzeichnung:
Das EU-Parlament hat am 17. Juni 2026 die neue Verordnung zu neuen genomischen Techniken, kurz NGT, endgültig abgesegnet, nachdem die EU-Länder bereits zugestimmt hatten. Sogenannte NGT-1-Pflanzen fallen künftig nicht mehr unter das strenge Gentechnikrecht und gelten als konventionell gleichwertig. Für Saatgut bleibt eine Kennzeichnungspflicht bestehen, für Folgeprodukte wie Lebensmittel und Futtermittel entfällt sie komplett. Damit können gentechnisch veränderte Lebensmittel künftig ohne Hinweis im Supermarkt landen, für Verbraucher nicht mehr erkennbar.
Quellen:
pro punkt earth Schrägstrich 2026 Schrägstrich 06 Schrägstrich 17 Schrägstrich deregulierung-von-neuer-gentechnik-in-eu-parlament-beschlossen
orf punkt at Schrägstrich stories Schrägstrich 3433594
keine-gentechnik punkt de Schrägstrich nachricht Schrägstrich eu-parlament
Zum Saatgut und der Sortenvielfalt:
Das EU-Sortenzulassungsverfahren ist so aufwendig und teuer, dass sich die Zulassung alter Sorten wirtschaftlich kaum lohnt. Das begünstigt Einheitssorten und große Saatgut- und Chemiekonzerne, während alte Sorten, Land- und Hofsorten und damit die pflanzengenetische Vielfalt benachteiligt werden.
Quelle:
tomatenhexe punkt d e, Rubrik zum Saatgutgesetz
Zum Laborfleisch:
In den Niederlanden entwickelt das Unternehmen Mosa Meat zusammen mit der Tiernahrungsfirma Nutreco im Projekt „Feed for Meat“ kultiviertes Fleisch. Dieses Projekt erhielt rund zwei Millionen Euro Förderung aus dem EU-Programm REACT-EU, das Teil des Wiederaufbaufonds Next Generation EU ist. Die EU-Kommission hat an diesem Zuschuss trotz Kritik einzelner Abgeordneter festgehalten. Investoren wie Bill Gates und Richard Branson haben in mehrere Firmen dieser Branche investiert, etwa in Memphis Meats, heute UPSIDE Foods.
Quellen:
euractiv punkt d e Schrägstrich section Schrägstrich ernaehrung-und-gesundheit Schrägstrich news Schrägstrich eu-kommission-haelt-an-2-millionen-euro-zuschuss-fuer-laborfleisch-fest
europarl punkt europa punkt e u Schrägstrich doceo Schrägstrich document Schrägstrich E-9-2021-005095_EN punkt html

